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Schwerpunkte
der Behandlung sind insbesondere die folgenden Krankheitsbilder:
Depressive
Verstimmungen
Angststörungen
(Panikstörung, Agoraphobie, Soziophobie, generalisierte und isolierte
Angststörung)
Zwangsstörungen
Persönlichkeitsstörungen
(Borderlinestörung, narzisstische Störung,
Mischformen)
Essstörungen
(Anorexie, Bulimie, Adipositas)
Somatoforme
Störungen
(Somatisierungsstörung, Hypochondrie, chronische
Schmerzen)
Psychosomatische
Erkrankungen
(Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Asthma, Neurodermitis,
chronischer Tinnitus)
Posttraumatische
Störungen
(akute oder chronische Belastungsstörungen,
sexueller Missbrauch usw.)
Nicht geeignet ist die Klinik bei primären
Suchterkrankungen, fortgeschrittener hirnorganischer Symptomatik sowie
für Patienten, die einer geschlossenen Unterbringung bedürfen.
Depressive Verstimmungen
Depressive Verstimmungen kommen sehr häufig
vor, bei Frauen circa doppelt so oft wie bei Männern. Sie äußern
sich in Niedergeschlagenheit, Lustlosigkeit und Interessenlosigkeit.
Nichts macht mehr Freude, das gesamte Gefühlsleben ist stumpf,
jede kleine Aufgabe erscheint als unüberwindlicher Berg. Oft ist
das Konzentrationsvermögen so stark eingeschränkt, dass nicht
einmal ein kurzer Zeitungsartikel aufgenommen werden kann. Meistens
sind auch vielfältige körperliche Symptome vorhanden wie Schlafstörungen,
Appetitlosigkeit und andere vegetative Beschwerden.
Depressive Verstimmungen können unterschiedliche Ursachen haben.
Manchmal gehen einschneidende Veränderungen oder Schicksalsschläge
voraus, wie der Verlust nahe stehender Menschen oder wichtiger Lebensaufgaben.
Zuweilen liegt aufgrund problematischer Kindheitserfahrungen auch eine
anhaltende Neigung zu depressiven Reaktionsmustern vor. Vielfach treten
Depressionen jedoch auch ohne (erkennbare) äußere Anlässe
auf, manchmal phasenhaft, vielleicht sogar immer zu bestimmten Jahreszeiten,
während dazwischen, in den freien Intervallen, Wohlbefinden gegeben
ist.
Während der Depression erscheint das
Leben oft so eingeschränkt und sinnlos, dass sogar Selbsttötungsgedanken
auftreten. Tatsächlich ist die akute Depression für den Betroffenen,
in vielen Fällen auch für Familie und Partner, ohne Zweifel
ein sehr belastender Zustand.
Dennoch: Die Depression ist eine gut behandelbare
Erkrankung.
Es ist keine Geisteskrankheit, und sie hinterlässt auch keine hirnorganischen
Störungen (wie Alzheimer-Erkrankung oder Ähnliches)
Diagnostik und Therapie gehören allerdings in die Hand des Fachmannes.
Je nach "Depressionstyp", Symptomatik und Grundpersönlichkeit
muss er einen individuellen Behandlungsplan entwerfen, der psychotherapeutische,
körpertherapeutische, und bei schwereren Krankheitsbildern auch
medikamentöse Maßnahmen - z. B. durch Einstellung auf sogenannte
Antidepressiva - umfasst.
Eine überwundene Depression ist oft Anstoß
für eine positive Persönlichkeitsentwicklung. In diesem Sinne
hat C.G. Jung, einer der Väter der modernen Psychotherapie, einmal
geschrieben:
Die Depression ist gleich
einer Dame in Schwarz.
Tritt sie auf,
so weise sie nicht weg,
sondern bitte sie als Gast zu Tisch und höre,
was sie zu sagen hat.
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Angststörungen (Panikstörung,
Agoraphobie, Soziophobie, generalisierte und isolierte Angststörung)
Angststörungen sind in unserer Gesellschaft sehr weit verbreitet
und haben mittlerweile zahlenmäßig sogar die depressiven
Verstimmungen "überholt".
Auch bei den Angsterkrankungen sind Frauen deutlich häufiger als
Männer betroffen.
Aber: Angstpatienten sind keine "Angsthasen" oder Schwächlinge.
Im Alltag stehen sie vor Ausbruch der Angsterkrankung - und auch nachher
- meist tüchtig ihren Mann, bzw. ihre Frau.
Die Angsterkrankung hat viele Gesichter:
Panikattacken sind durch eine Vielzahl plötzlich einsetzender
körperlicher und seelischer Symptome gekennzeichnet. Sie sind "Alarmzustände",
die den gesamten Organismus erfassen.
Häufige Körpersymptome sind dabei Herzrasen, Schwindel,
Schweißausbrüche, Luftnot und Kribbelgefühle,
die wiederum mit panischen Befürchtungen einhergehen: das Herz
könne stehen bleiben, die Atmung funktioniere nicht oder das Gehirn
spiele "verrückt". Dieser Zustand wird als "unwirklich"
und maximal unangenehm erlebt, Todesangst tritt auf, die dann z.B. zur
Alarmierung des Notarztes oder ähnlichen Panikhandlungen führt.
Diese Panikattacken können sich wiederholen. Manchmal sind sie
an bestimmte Orte oder Situationen gebunden, häufig scheinen sie
jedoch auch ohne jede Regelhaftigkeit ganz unvorhersehbar aufzutreten.
Oft macht sich dann Angst vor einer erneuten Panikattacke breit:
die so genannte "Angst vor der Angst" drängt sich
zunehmend in den Vordergrund.
Es kommt dann zu einem Zustandsbild, das "Agoraphobie" genannt
wird: alle Situationen und Orte , an denen das Auftreten einer Panikattacke
als besonders wahrscheinlich oder als besonders unangenehm befürchtet
wird, werden gemieden.
Dieses Vermeidungsverhalten führt zwar kurzfristig zu einer Entlastung,
im weiteren Verlauf leider aber auch zu einer Verstärkung und Chronifizierung
der Angststörung. Die Angst dehnt sich dann auf immer weitere Bereiche
aus, so dass manche Betroffene das Haus schließlich gar nicht
mehr verlassen können.
Ist die Angstsymptomatik eng an Situationen des sozialen Umgangs gekoppelt,
sprechen wir von einer sozialen Phobie. Diese nimmt ihren Anfang schon
häufig in der Kindheit und Jugend. Insbesondere fürchtet sich
der Betroffene in übertriebener Weise davor, plötzlich in
den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu geraten und womöglich unangenehm
aufzufallen.
Teilnahme an Sitzungen, Elternsprechtagen und öffentlichen Veranstaltungen
werden dann gemieden. Lokale können oft nicht mehr aufgesucht werden,
da das Essen und Trinken in der Öffentlichkeit als qualvoll erlebt
wird. Dabei wird gleichzeitig befürchtet, dass der eigene innere
Erregungszustand, die Unsicherheit, das Erröten oder Zittern von
anderen bemerkt werden könnten, wodurch die Spannung natürlich
noch weiter ansteigt.
Neben den Phobien, die sich immer auf
bestimmte umschriebene Auslöser beziehen, gibt es auch die generalisierte
Angststörung mit allgemein erhöhter Angstbereitschaft. Die
Betroffenen machen sich ständige Sorgen über alle möglichen
vermeintlichen Gefahren, die sie selbst oder ihre Angehörigen bedrohen,
sehen angstvoll in die Zukunft, neigen zum Grübeln und zu allgemeiner
Verspannung.
Aber: keine Angst vor der Angst! Es gibt hier viele wirkungsvolle Therapiemöglichkeiten.
Das Hauptproblem ist, dass sich nach bundesweiten Studien nur jeder
zweite Angstpatient überhaupt in Behandlung begibt und dass die
Angststörung häufig auch erst nach Jahren als solche erkannt
wird.
Dabei bieten gerade psychosomatische Fachkliniken durch ihren vielfältigen
therapeutischen Ansatz hier ganz ausgezeichnete Behandlungsangebote:
Im Rahmen von tiefenpsychologisch fundierten Therapien können die
Wurzeln der Angstproblematik, die häufig zu unbewussten Konflikten
oder länger zurück liegenden Belastungen zurückführen,
frei gelegt werden, so dass die zunächst bedrohliche Symptomatik
für den Betroffenen verständlich wird und einen Sinn erhält.
Die verhaltenstherapeutischen Methoden vermitteln dann Strategien der
selbstständigen Angstregulierung und der übenden Auseinandersetzung
mit den angstbesetzten Situationen.
Die körperorientierten Therapien tragen schließlich zu einer
Heilung bei, indem sie wieder Vertrauen in den Körper und dessen
Funktionstüchtigkeit erwachsen lassen.
Und falls doch einmal eine medikamentöse Behandlung notwendig sein
sollte, kann auch diese fachgerecht vorgenommen
werden.
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Zwangsstörungen
Bei Zwangsstörungen sind Männer und Frauen
etwa zu gleichen Anteilen betroffen. Oft beginnen die Symptome schon
in der Kindheit und Jugend. Sie sind gekennzeichnet durch sich immer
wieder aufdrängende Zwangsgedanken (Vorstellungen, Ideen, Impulse),
die vom Betroffenen als sinnlos und quälend erlebt werden. Gleichermaßen
sind Zwangshandlungen und -rituale ständig sich wiederholende
Verhaltensweisen, die sich häufig auf Reinigungs- und Ordnungsvorgänge
beziehen. Oft werden diese gewissermaßen als Vorbeugung gegen
ein vermeintlich drohendes, schädigendes Ereignis erlebt. Sobald
der Betroffene dagegen anzugehen versucht, tritt massive ängstliche
Anspannung auf.
Die Behandlung ist hier, je nach den speziellen Gegebenheiten, eher
psychodynamisch oder eher verhaltenstherapeutisch auszurichten, zuweilen
werden auch Antidepressiva wirkungsvoll zum Einsatz gebracht.
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Persönlichkeitsstörungen
Eine Persönlichkeitsstörung ist dann anzunehmen,
wenn Persönlichkeitszüge immer wieder, meistens bereits seit
der Jugend oder dem frühen Erwachsenenalter, unangemessen, unflexibel,
nicht der Situation angepasst, in Erscheinung treten und in zwischenmenschlichen
Beziehungen stets ähnliche Schwierigkeiten und leidvolle Konflikte
heraufbeschwören.
Zugrunde liegen sehr oft schwierige Lebensbedingungen in den ersten
Kindheitsjahren, die die Entwicklung der Persönlichkeit in manchen
Bereichen verhinderten oder verzerrten.
Persönlichkeitsstörungen können ganz unterschiedlich
ausgeprägt sein hier einige Beispiele:
Sehr in den Vordergrund getreten ist in den letzten zwanzig Jahren die
sogenannte Borderline-Persönlichkeitsstörung, die häufig
Anlass zu stationären Behandlungen gibt. Die Betroffenen zeigen
eine hohe Instabilität sowohl in ihren Beziehungen zu anderen als
auch in ihrem eigenen Selbstbild und eine mangelnde Fähigkeit zur
Impulskontrolle.
Die inneren Spannungen entladen sich oft in selbst schädigenden
Verhaltensweisen (sich schneiden, Verletzungen beibringen) bis hin zu
suizidalen Handlungen.
Die narzisstischen Persönlichkeiten zeigen ebenfalls Probleme
in der angemessenen Selbstwertregulierung. Sie haben Schwierigkeiten
sich in andere Personen einzufühlen, so dass es immer wieder zu
zwischenmenschlichen Konflikten kommt.
Abhängige Persönlichkeiten
zeigen ein unselbständiges und anklammerndes Verhalten mit massiven
existenziellen Ängsten, sobald der Verlust einer Bezugsperson droht.
Der Aufbau einer reifen Beziehung ist ihnen nicht möglich.
Die Abhängigkeit kann sich auch auf Alkohol oder andere Suchtmittel
erstrecken.
Persönlichkeitsstörungen bedürfen
zunächst einer genauen diagnostischen Abklärung und nach Sicherung
der Diagnose, einer ganz speziellen Therapie. In einem strukturierten
therapeutischen Umfeld mit verlässlichen Beziehungsangeboten werden
die Entwicklungsdefizite definiert und eine Nachreifung der betroffenen
psychischen Funktionen angeregt.
Es versteht sich von selbst, dass hier Geduld am Platze ist.
Manchmal ist eine stationäre Intervallbehandlung sinnvoll, d.h.
der Patient/die Patientin werden nach Abschluss einer Behandlungsphase
erst einmal nach Hause entlassen, um die gewonnenen Erfahrungen in den
normalen Alltag zu integrieren. Nach einer definierten Zeitspanne kommen
sie dann für den nächsten "Behandlungsschritt" in
die Klinik zurück.
Hier gilt: Der Weg ist das Ziel!
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Essstörungen (Anorexie,
Bulimie, Adipositas)
Essstörungen sind heute bei uns weit verbreitet und betreffen in
milderen Formen beträchtliche Teile der hauptsächlich weiblichen
Bevölkerung. Eine der Ursachen der Störung ist unsere Überflussgesellschaft:
Die einen essen zuviel, die anderen stellen das Streben nach einem schlanken
Körper in das Zentrum ihres Daseins. Die Frauenzeitschriften sind
voll mit Kochrezepten, aber auch immer neuen Diätvorschlägen.
Aber letztlich bedarf es in der Regel eines komplexen Bedingungsgefüges,
damit aus den allgemein üblichen Praktiken rund um die Nahrungsaufnahme
behandlungsbedürftige Essstörungen entstehen. Hier spielen
neben den gesellschaftlichen Einflüssen vor allem familiäre
und persönlichkeitsgebundene Faktoren (Selbstwertgefühl) eine
große Rolle.
Die wohl bekannteste Essstörung ist die Anorexia nervosa
oder Magersucht.
Ausgangspunkt ist hier meist eine Schlankheitsdiät in der Pubertät
oder dem jungen Erwachsenenalter, die nicht abgebrochen wird, nachdem
das ursprünglich angestrebte Zielgewicht erreicht ist. Die Betroffenen
hungern im Gegenteil immer weiter und mit immer "härteren"
Mitteln. Unter Umständen werden neben extremem Hungern auch andere
gewichtsmanipulatorischen Maßnahmen wie Abführmitteleinnahme
oder Erbrechen zum Einsatz gebracht. Das Denken kreist ausschließlich
um das Gewicht und die panische Furcht vor einer erneuten Gewichtszunahme.
Die Wahrnehmung des eigenen Körpers ist verzerrt: Selbst ein bereits
erhebliches Untergewicht kann nicht mehr als solches wahrgenommen werden.
Die Familien der Erkrankten werden häufig sehr intensiv in die
Problematik verstrickt. Es kommt zu heftigen Gefühlen von Wut,
Ohnmacht, Verzweiflung und großer Enttäuschung gegenüber
den Betroffenen, die ihr Umfeld immer wieder durch Versprechungen und
Täuschungsmanöver in die Irre führen.
Man geht davon aus, dass durch die Unterernährung schließlich
auch eine Fehlfunktion der Nervenzellen hervorgerufen wird, die die
Krankheit dann immer weiter unterhält und verstärkt. Nicht
selten endet die Anorexie letztlich tödlich.
In etwa 60% entwickelt sich aber nach einer anorektischen Phase eine
Ess-Brech-Sucht, eine sogenannte Bulimie, die allerdings auch ohne vorherige
Hungersymptomatik in Erscheinung treten kann.
Bei dieser Erkrankung ist die Dunkelziffer sehr hoch, da die Betroffenen
nach außen hin völlig unauffällig wirken, normal- oder
auch leicht übergewichtig sein können.
Hier stehen Heißhungerattacken im Vordergrund, die mit dem Verschlingen
von häufig riesigen Nahrungsmittelmengen einhergehen. Anschließend
werden diese wieder erbrochen, zusätzlich werden unter Umständen
Abführmittel und harntreibende Substanzen eingesetzt, um das Gewicht
niedrig zu halten. Die Ess-Brech- Rituale werden meistens heimlich durchgeführt
und sie nehmen im Verlauf in der Regel an Häufigkeit zu. Einige
Erkrankte verbringen schließlich ihre gesamte Freizeit mit "Fressen
und Kotzen" und verbrauchen auch sehr viel Geld für die Beschaffung
der Nahrungsmittel. Nicht selten kommt es dann auch zu Diebstählen.
Auch der Adipositas, dem
krankhaften Übergewicht, liegt häufig eine Essstörung
zugrunde. Nicht selten handelt es sich dabei um das sogenannte Binge
-Eating, bei dem es ebenfalls zu Heißhungerattacken mit Aufnahme
von riesigen Nahrungsmittelmengen kommt, allerdings ohne anschließendes
Erbrechen.
Essgestörte brauchen
oft sehr lange, bis sie ihr Essverhalten als krankhaft und behandlungsbedürftig
erkennen können.
Auch dann bleibt die Motivation zu einer Psychotherapie unter Umständen
noch über lange Zeit sehr zwiespältig.
Das Eingeständnis der eigenen Hilfsbedürftigkeit und der Entschluss
zu einer Therapie sind also schon große Schritte in Richtung Heilung!
Essstörungen sind psychosomatische
Erkrankungen, die Seele und Körper gleichermaßen betreffen.
Um so wichtiger ist auch hier der integrativ- psychotherapeutische Ansatz,
bei dem sowohl die tieferen, meist sehr individuellen Gründe der
Erkrankung erforscht, auf verhaltenstherapeutischem Wege neue Strukturen
des Essverhaltens erarbeitet werden und durch körpertherapeutische
Methoden eine neue Basis für die Beziehung zum eigenen Körper
entstehen kann.
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Somatoforme Störungen
Unter somatoformen Störungen versteht
man körperliche Beschwerden, für die trotz sorgfältiger
Untersuchung keine organische Ursache gefunden werden kann. Diese Beschwerden
können nahezu alle Teile und Funktionsbereiche unseres Körpers
betreffen: Kopf - oder Brustschmerzen, Schwindel, Verdauungsstörungen,
Sehstörungen und chronische Schmerzen sind, neben vielen anderen,
besonders häufig vorhanden.
Da es sich um Beschwerden handelt, die den Körper betreffen (bzw.
zu betreffen scheinen), sucht der Patient in der Regel zunächst
den Hausarzt auf. Ca. 20 % der Patienten im Wartezimmer des Allgemeinmediziners
leiden übrigens unter diesen somatoformen Störungen. Wenn
der Arzt dann keinen krankhaften Befund finden kann und auch die Überweisung
zum Facharzt nicht Neues erbringt, ist die Verunsicherung bei den Betroffenen
in der Regel groß. Viele befürchten, dass sie "nicht
richtig" untersucht worden seien, andere wiederum fühlen sich
zum "Simulanten" abgestempelt. So ist das aber keineswegs.
Es liegt zwar keine körperliche, aber sehr wohl eine psychisch
bedingte Störung vor, die z.B. aus unbewussten Konflikten und biographischen
Belastungen herrühren kann.
Sehr häufig kommen chronische Schmerzen
in Form von umschriebenen Beschwerden oder sogar "Ganzkörperschmerzen"
vor, für die keine körperliche Ursache nachgewiesen werden
kann und die auch auf die üblichen Schmerzbehandlungen kaum ansprechen.
Auch hier liegt häufig "seelischer Schmerz" zugrunde
und es bedarf einer Aufarbeitung der Lebensgeschichte, um die innerpsychischen
Zusammenhänge zu verstehen und anzunehmen sowie einer ganzheitlichen
psychosomatischen Therapie, die Körper und Seele umfasst. Ziel
ist die Linderung der Schmerzen auf ein erträgliches Maß.
Auch die so genannte "Hypochondrie"
gehört zu den somatoformen Störungen. Im Vordergrund steht
hier eine massive und quälende Angst an einer schweren Erkrankung
zu leiden, die trotz aller gegenteiligen Beteuerungen der behandelnden
Ärzte kaum auszuräumen ist.
Auch hier ist es sehr wichtig, dass der Patient unter Anleitung lernt,
nicht immer neue, fruchtlose diagnostische Maßnahmen zu verfolgen,
sondern sich auf seine inneren Zusammenhänge zu konzentrieren.
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Psychosomatische Störungen
Der Begriff "Psychosomatik" setzt sich
aus den griechischen Wörtern Psyche (=Seele) und Soma (=Körper
) zusammen. Unsere Alltagssprache, die den Erfahrungsschatz der Jahrhunderte
in sich birgt, weis um die enge Verknüpfung zwischen Seele und
Körper und bringt sie plastisch zum Ausdruck. Wenn uns Sorgen quälen,
wird "das Herz schwer", der "Magen dreht sich
um", die "Knie werden weich", man könnte
"aus der Haut fahren".
So findet sich im Grunde bei jeder Gesundheitsstörung ein Ineinanderwirken
von seelischen und körperlichen Anteilen.
Bei einigen körperlichen Erkrankungen ist ein besonderer Einfluss
von psychischen Faktoren auf Beginn und Verlauf des Krankheitsgeschehens
nachgewiesen: typisch sind hier z.B. Asthma, Neurodermitis, Migräne,
Colitis ulcerosa und Morbus Crohn.
Diese Krankheiten bedürfen einerseits einer sachgerechten körperlich
-medizinischen Behandlung. Andererseits muss auch eine psychotherapeutische
Betreuung erfolgen, um krankheitunterhaltende psychosoziale Konflikte
zu identifizieren und auch sekundäre, durch die Erkrankung hervorgerufene
Veränderungen des Lebensalltags, konstruktiv zu bewältigen.
Die aktive Mitarbeit des Patienten ist auch hier der Schlüssel
für einen erfolgreichen Behandlungsprozess.
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Posttraumatische Belastungsstörungen
(PTBS)
Posttraumatische Belastungsstörungen
stellen eine Reaktion auf Situationen dar, die als äußerst
bedrohlich empfunden werden und die Gefühle von intensiver Furcht
und Hilflosigkeit auslösen.
Dies können Gewalttaten sein, sexueller
Missbrauch, aber auch Unfälle oder Naturkatastrophen.
Zahlreiche traumatische Erfahrungen klingen folgenlos wieder ab. Bei
10 bis 30% der Betroffenen kommt es jedoch zu anhaltenden psychischen
Störungsbildern, die unter Umständen erst mit einem gewissen
zeitlichen Abstand zu dem traumatisierenden Ereignis in Erscheinung
treten. Sie sind gekennzeichnet durch sich aufdrängende Erinnerungen,
Alpträume, vegetative Symptome wie Herzrasen und Schwitzen sowie
eine ausgeprägte Vermeidung aller Auslöser, die Erinnerungen
an die traumatische Situation hervorrufen können.
Häufig kommt es zu einer emotionalen Erstarrung oder zu einer Übererregtheit.
Die Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung
erfordert spezielle therapeutische Zugangswege. Hauptziele sind zunächst
vor allem die Vermeidung von Retraumatisierungen und eine intensive
Stabilisierungsarbeit, bevor das Trauma an sich thematisiert werden
kann.
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